Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Sieben von neun Jahren: Was der Uptober bei Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP wirklich gebracht hat

Sieben von neun Oktobern schloss Bitcoin im Plus, über das ganze vierte Quartal nur fünf von neun. Bei XRP waren es drei von neun, mit negativem Median. Die Rechnung über neun Jahre für vier Coins.

Lange Reihen dunkler Rechengehaeuse in einer abgedunkelten Industriehalle mit Kuehlluftschleiern
10 Min. Lesezeit
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Mit dem 1. Oktober kehrt jedes Jahr dasselbe Wort zurück: Uptober, die Behauptung, der Oktober sei der zuverlässig starke Monat am Kryptomarkt und das vierte Quartal die starke Jahreszeit. Wir haben das für die vier größten handelbaren Coins nachgerechnet, über neun Jahre, jeweils vom Schlusskurs des 30. September auf den Schlusskurs des 31. Dezember und zusätzlich für den Oktober allein. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Für Bitcoin trägt die Behauptung im Oktober tatsächlich, sieben von neun Jahren lagen im Plus. Für das ganze Quartal trägt sie kaum, und für XRP trägt sie gar nicht.

Diese Rechnung ist keine Prognose. Nachgezählt ist, wie oft etwas in der Vergangenheit passiert ist, und vor allem, wie weit die Einzeljahre auseinanderliegen. Wer eine Entscheidung auf eine Saison stützt, stützt sie auf einen Durchschnitt, der in keinem einzigen Jahr so eingetroffen ist.

Was Uptober behauptet und woran sich die Behauptung messen lässt

Hinter dem Wort steht eine Saisonalitäts-These: Bestimmte Monate liefern im Mittel bessere Erträge als andere, weil sich Kapitalflüsse, Steuerstichtage und Erwartungen im Jahreslauf wiederholen. Saisonalität heißt in der Statistik, dass ein Zeitreihenwert systematisch vom Kalender abhängt und nicht nur vom Zufall.

Prüfbar ist das mit zwei Kennzahlen, und die Reihenfolge ist wichtig. Die erste ist die Trefferquote: In wie vielen Jahren lag der Zeitraum im Plus? Die zweite ist der Median, also der Wert in der Mitte aller Jahre. Der Median ist hier aussagekräftiger als der Durchschnitt, weil ein einziges Extremjahr den Durchschnitt beliebig verschiebt, den Median aber nicht. Genau das passiert am Kryptomarkt regelmäßig, und weiter unten siehst du, wie stark.

Bitcoin im Oktober: sieben von neun Jahren im Plus, Median 10,9 Prozent

Für den Oktober allein ist die Lage bei Bitcoin so deutlich, wie das Wort es verspricht. Von 2017 bis 2025 schloss der Monat siebenmal höher als er begann, nur 2018 und 2025 endete er im Minus. Der Median liegt bei plus 10,9 Prozent.

  • 2017: plus 48,5 Prozent · 2018: minus 4,6 · 2019: plus 10,3
  • 2020: plus 28,1 · 2021: plus 40,0 · 2022: plus 5,5
  • 2023: plus 28,5 · 2024: plus 10,9 · 2025: minus 4,0

Sieben von neun ist eine Quote, die man nicht wegdiskutieren kann. Was sie nicht ist: eine Garantie für den zehnten Fall. Zwei Minusjahre in neun heißt, dass im Schnitt jeder vierte bis fünfte Oktober gegen die These läuft, und der letzte davon war der zuletzt beobachtete.

Das ganze Quartal fällt deutlich schwächer aus als der Oktober allein

Hier kippt das Bild. Rechnest du nicht bis zum 31. Oktober, sondern bis zum 31. Dezember, bleiben bei Bitcoin nur noch fünf von neun Jahren im Plus, und der Median schrumpft von plus 10,9 auf plus 5,4 Prozent. Das heißt im Klartext: Was der Oktober oft brachte, haben November und Dezember häufig wieder eingesammelt.

  • 2017: plus 219,5 Prozent · 2018: minus 44,1 · 2019: minus 13,7
  • 2020: plus 168,9 · 2021: plus 5,4 · 2022: minus 14,9
  • 2023: plus 56,8 · 2024: plus 47,5 · 2025: minus 23,3

Wer seine Entscheidung also am Quartal ausrichtet statt am Monat, hat historisch eine Münzwurf-Quote vor sich, mit einem leichten Übergewicht nach oben. Welche Termine im laufenden Quartal überhaupt anstehen, haben wir in unserer Übersicht der Krypto-Termine für das vierte Quartal zusammengestellt.

Aufziehende schwarze Wolkenwand ueber einem herbstlich roten Bergkamm mit einem seitlichen Sonnenstrahl
Oktober und Jahresende liefen in den letzten neun Jahren oft in verschiedene Richtungen: Der Monat trug die Saison, das Quartal nicht.

Warum der Durchschnitt von 44,7 Prozent in die Irre führt

Der arithmetische Durchschnitt der neun Bitcoin-Quartale liegt bei plus 44,7 Prozent. Diese Zahl steht in vielen Saisonalitäts-Tabellen, und als Erwartungswert für ein kommendes Quartal ist sie wertlos. Zustande kommt sie fast vollständig aus zwei Jahren: 2017 mit plus 219,5 Prozent und 2020 mit plus 168,9 Prozent. Nimmst du diese beiden heraus, bleibt ein Durchschnitt von rund plus 2 Prozent über sieben Jahre.

Beide Ausnahmejahre folgten auf eine Halbierung der Bitcoin-Belohnung, 2016 und 2020, und fielen in Phasen mit starken Zuflüssen. Eine Saison, die ihre Statistik aus zwei Sonderjahren bezieht, beschreibt diese Sonderjahre, nicht den Kalender. Der Median von plus 5,4 Prozent ist die ehrlichere Zahl, und sie ist unspektakulär.

Ethereum: sechs starke Oktober, aber ein Median von 0,7 Prozent

Bei Ethereum zeigt sich, wie wenig eine Trefferquote allein wert ist. Sechs von neun Oktobern schlossen im Plus, die Quote klingt also gut. Der Median liegt aber bei nur plus 0,7 Prozent, weil die Gewinnmonate meist knapp ausfielen und die Verlustmonate deutlich: minus 15,2 Prozent im Oktober 2018, minus 7,2 im Oktober 2025, dagegen plus 0,6 und plus 0,7 Prozent in zwei der Gewinnjahre.

Über das ganze Quartal dreht sich das Verhältnis: Fünf von neun Jahren im Plus, dafür ein Median von plus 22,5 Prozent, der höchste der vier Coins. Ethereum lieferte im vierten Quartal also seltener, aber wenn, dann kräftiger. Wie sich die beiden größten Coins in diesem Quartal gegenüberstehen, haben wir im direkten Vergleich von Bitcoin und Ethereum aufgeschlüsselt.

XRP bricht das Muster: nur drei von neun Jahren im Plus

Bei XRP hält die Uptober-These nicht. Im Oktober lagen nur drei von neun Jahren im Plus, der Median ist mit minus 0,9 Prozent negativ. Über das ganze vierte Quartal sind es ebenfalls drei von neun, und der Median fällt auf minus 12,9 Prozent. Sechs der neun Quartale endeten im Minus, darunter vier in Folge von 2019 bis 2022.

Der Durchschnitt sagt hier etwas ganz anderes, nämlich plus 111,9 Prozent, und das zeigt die Falle in Reinform: Er stammt praktisch allein aus dem vierten Quartal 2017 mit plus 899,5 Prozent und aus 2024 mit plus 240,1 Prozent. Wer für XRP mit einer saisonalen Stärke rechnet, rechnet mit zwei Jahren gegen sechs.

Solana hat erst fünf Quartale Geschichte, und die schwanken extrem

Solana ist erst seit 2021 durchgehend an den großen Handelsplätzen notiert, die Reihe umfasst also nur fünf vierte Quartale. Drei davon lagen im Plus. Die Spannweite macht jede Mittelwertbildung fragwürdig: plus 376,1 Prozent im vierten Quartal 2023 stehen gegen minus 70,0 Prozent im vierten Quartal 2022, dem Quartal des FTX-Zusammenbruchs.

Fünf Beobachtungen sind statistisch zu wenig für eine Saisonaussage. Das ist keine Kritik am Coin, sondern eine Grenze der Daten. Bei einem Coin mit kurzer Historie beschreibt eine Quartalsstatistik vor allem die Großereignisse, die in diese Quartale fielen.

Silhouette eines Seglers am Ruderstand vor einer heranrollenden hohen Wellenfront
Eine Saisonstatistik beschreibt den Durchschnitt vieler Jahre, nicht das Jahr, in dem du gerade am Ruder stehst.

Was 2025 gezeigt hat: vier Coins, vier Minuszeichen im vierten Quartal

Das zuletzt abgeschlossene vierte Quartal lief bei allen vier Coins gegen die These, und zwar deutlich: Bitcoin minus 23,3 Prozent, Ethereum minus 28,4, Solana minus 40,4, XRP minus 35,4. Auch der Oktober 2025 selbst war bei allen vier negativ.

Das widerlegt eine Saisonalität nicht, ein einzelnes Jahr kann das nie. Es ordnet sie aber ein: Der jüngste Fall, an den sich jeder noch erinnert, ist der Gegenbeweis zum Schlagwort. Wenn du im Oktober 2026 liest, dass der Oktober historisch stark sei, dann liegt der letzte Oktober dazwischen, und er war es nicht.

Der Stand Anfang Oktober 2026 im Vergleich zu den Vorjahren

Am 3. Oktober steht Bitcoin bei rund 84.900 US-Dollar, Ethereum bei etwa 2.684, Solana bei rund 120 und XRP bei etwa 1,49. Gegenüber dem 30. September hat sich damit in den ersten Tagen des Quartals kaum etwas bewegt: Bitcoin liegt gut 1,6 Prozent höher, Solana rund 1,5 Prozent, Ethereum und XRP praktisch unverändert.

Zum Vergleich: In den starken Oktobern 2017 und 2021 lag Bitcoin schon nach den ersten Handelstagen klar vorn. Ein ruhiger Auftakt sagt für sich genommen nichts über den Ausgang des Monats, aber er zeigt, dass die Saison nicht automatisch anspringt, nur weil ein Datum erreicht ist. Die tagesaktuellen Kurse der einzelnen Märkte findest du direkt an den Handelsplätzen, etwa im XRP-Markt von Bitstamp.

Saisonalität ist kein Gesetz: was Statistik über Einzeljahre aussagt

Neun Beobachtungen sind eine kleine Stichprobe. Bei einer Trefferquote von sieben zu zwei lässt sich mit neun Fällen nicht sauber trennen, ob dahinter ein Kalendereffekt steckt oder eine Häufung, wie sie der Zufall in kurzen Reihen regelmäßig produziert. Dazu kommt, dass die neun Jahre nicht unabhängig voneinander sind, denn alle neun liegen in zwei Marktzyklen, und innerhalb eines Zyklus laufen die Quartale ähnlich.

Praktisch heißt das: Eine Saisonstatistik ist ein Argument für Demut, nicht für Timing. Eine solche Statistik taugt dafür, eine Erwartung zu dämpfen, die aus einem Schlagwort entsteht. Für die Begründung eines Kaufzeitpunkts taugt sie nicht. Wer regelmäßig und in festen Beträgen kauft, umgeht die Frage ganz; wie das praktisch aussieht, zeigt der Vergleich der Sparplan-Anbieter.

Haltefrist und Steuer: Der deutsche Kalender zählt doppelt

Für Anleger in Deutschland hat das vierte Quartal eine zweite, sehr konkrete Kalenderebene, und die hat nichts mit Saisonalität zu tun. Nach § 23 Einkommensteuergesetz gilt für Kryptowährungen im Privatvermögen eine einjährige Haltefrist: Verkaufst du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn, ist dieser Gewinn mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Nach Ablauf des Jahres ist er steuerfrei. Für Gewinne innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr, und zwar für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen; wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Daraus folgt eine Rechnung, die jede Saisonüberlegung schlägt: Liegt dein Kaufdatum im Dezember des Vorjahres, kann ein Verkauf wenige Wochen vor dem Jahrestag teurer sein als jede Kursbewegung, die du damit vermeidest. Umgekehrt lassen sich Verluste innerhalb der Frist mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnen. Für den eigenen Fall ist eine Steuerberatung zuständig, nicht ein Kalenderspruch.

Uptober: Deine nächsten drei Schritte

  1. Die eigene Zahl an die Stelle des Schlagworts setzen. Sieh dir für den Coin, den du hältst, die Trefferquote und den Median an, nicht den Durchschnitt. Bei Bitcoin sind das sieben von neun Oktobern und ein Median von 10,9 Prozent, bei XRP drei von neun und minus 0,9 Prozent. Diese Spreizung entscheidet mehr als das Wort.
  2. Haltefristen vor Quartalsrechnungen prüfen. Hol dir Kaufdatum und Kaufkurs deiner Positionen aus der Handelshistorie und notiere, welche vor dem Jahrestag stehen. Eine steuerliche Frist ist eine feste Größe, eine Saison ist eine Wahrscheinlichkeit.
  3. Kaufrhythmus statt Kaufzeitpunkt festlegen. Wenn du im Quartal zukaufen willst, legst du besser Betrag und Abstand fest als ein Datum. Die Kosten dafür unterscheiden sich je Anbieter deutlich, nachzulesen im Vergleich der Krypto-Börsen.

(Stand: 3. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Uptober

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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