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Was ist ein ICO? Was ist ein Security Token?

ICO und Security Token einfach erklärt: was ein Token-Verkauf ist, warum der ICO-Boom endete und wie MiCA und das eWpG Token-Angebote heute regeln.

Aufgeschlagenes Registerbuch mit Wachssiegel und Messingstempel als Sinnbild für Kryptowertpapiere im Register
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Kurz erklärt: Ein ICO (Initial Coin Offering) ist ein Token-Verkauf, mit dem ein Projekt Kapital einsammelt, ohne Anteile am Unternehmen abzugeben. Ein Security Token dagegen ist ein Wertpapier in Token-Form: Er verbrieft echte Rechte wie Gewinnbeteiligung, Zinsen oder Anteile und unterliegt deshalb dem Wertpapierrecht. Dieser Artikel erschien 2018 auf dem Höhepunkt des ICO-Booms und ist im Oktober 2026 auf den heutigen Stand gebracht.

Was ist ein ICO?

ICO steht für Initial Coin Offering und lehnt sich an den Börsengang an, den Initial Public Offering (IPO). Der Unterschied: Bei einem IPO kaufen Anleger Aktien, also Anteile an einem Unternehmen. Bei einem ICO kaufen sie Token, die meist eine Funktion im künftigen Netzwerk des Projekts haben, etwa als Zahlungsmittel oder Zugangsschlüssel.

Möglich wurde das durch Ethereum. Mit dem ERC-20-Standard konnte ab 2016 praktisch jedes Team mit wenigen Zeilen Code einen eigenen Token ausgeben. Ethereum selbst hatte sich 2014 über einen Token-Vorverkauf finanziert und wurde damit zum Vorbild für Tausende Nachahmer.

Der ICO-Boom 2017 und 2018 und warum er endete

2017 und 2018 sammelten ICOs zusammen Milliarden Dollar ein. Viele Projekte hatten nicht mehr als ein Whitepaper, kein Produkt und keine Haftung gegenüber den Käufern. Rechte, Pflichten und Risiken waren oft nur vage beschrieben, Anlegerschutz gab es kaum.

Im Juli 2017 stellte die US-Börsenaufsicht SEC in ihrem Bericht zur „DAO“ klar, dass Token Wertpapiere sein können und dann dem Wertpapierrecht unterliegen. In den Folgejahren gingen Aufsichtsbehörden weltweit gegen nicht registrierte Token-Verkäufe vor, zahlreiche Projekte scheiterten oder verschwanden. Schon 2018 war fast die Hälfte der ICOs aus dem Vorjahr gescheitert. Der klassische, unregulierte ICO ist seitdem weitgehend verschwunden.

Was ist ein Security Token?

Ein Security Token ist die digitale Form eines Wertpapiers. Er kann zum Beispiel einen Unternehmensanteil, eine Anleihe oder einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung abbilden. Der entscheidende Unterschied zum ICO-Token: Der Käufer erwirbt ein echtes, einklagbares Recht, und der Emittent muss die Regeln des Kapitalmarkts einhalten, also etwa Prospekt- oder Informationspflichten.

Ein Security Token Offering (STO) ist entsprechend ein Wertpapierangebot auf der Blockchain. Technisch setzen solche Token meist auf eigene Standards wie ERC-1400 oder ERC-3643, die Übertragungsbeschränkungen und Identitätsprüfungen der Anleger direkt im Token abbilden. Inzwischen treiben auch klassische Handelsplätze das Thema voran, etwa die New York Stock Exchange mit tokenisierten Aktien.

ICO, IEO, STO: die Formen im Überblick

FormWas gekauft wirdRegulierung heute
ICO (Initial Coin Offering)Token eines Projekts, meist ohne AnteilsrechteIn der EU seit Ende 2024 unter MiCA, mit Whitepaper-Pflicht
IEO (Initial Exchange Offering)Token, verkauft über eine Kryptobörse, die das Projekt vorab prüftBörse haftet für ihre Auswahl, Angebot fällt ebenfalls unter MiCA
IDO (Initial DEX Offering)Token, verkauft über eine dezentrale Börse oder ein LaunchpadOft ohne verantwortlichen Anbieter, deshalb das höchste Risiko
STO (Security Token Offering)Wertpapier in Token-Form: Anteil, Anleihe, GewinnbeteiligungWertpapierrecht, in Deutschland Aufsicht durch die BaFin

Wie Token-Verkäufe heute in der EU und in Deutschland geregelt sind

Hölzerner Amtsstempel neben einem Stempelkissen als Sinnbild für die Whitepaper-Pflicht unter MiCA
Seit Ende 2024 braucht jedes öffentliche Token-Angebot in der EU ein bei der Aufsicht eingereichtes Whitepaper.

MiCA: Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA, Verordnung (EU) 2023/1114) gilt seit dem 30. Dezember 2024 vollständig, die Regeln für Stablecoins bereits seit dem 30. Juni 2024. Wer in der EU Kryptowerte öffentlich anbietet, die keine Finanzinstrumente sind, muss ein Kryptowerte-Whitepaper erstellen und bei der zuständigen Aufsicht einreichen, in Deutschland bei der BaFin. Damit gibt es für den klassischen ICO erstmals einen einheitlichen Rahmen. Wie die europäische Aufsicht die Regeln weiterentwickeln will, zeigt die aktuelle Stellungnahme der ESMA zu MiCA.

Security Token: Sie fallen nicht unter MiCA, sondern unter das allgemeine Wertpapierrecht. Deutschland hat dafür 2021 das Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) geschaffen. Es erlaubt Kryptowertpapiere, die statt auf Papier in einem Kryptowertpapierregister geführt werden. Mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz ist das seit Ende 2023 auch für Aktien möglich. Auf EU-Ebene erprobt zudem die DLT-Pilotregelung seit März 2023 den Handel tokenisierter Wertpapiere.

Was das für Gründer bedeutet

Für Startups ist der Token-Verkauf heute kein Schlupfloch mehr, sondern eine von mehreren regulierten Finanzierungsformen. Wer über Token Kapital aufnehmen will, sollte früh klären, ob der Token ein Wertpapier ist, denn davon hängen Pflichten, Kosten und Aufsicht ab. Einen Überblick, welche Wege Gründern daneben offenstehen, von Business Angels bis Förderprogrammen, gibt der Ratgeber von Gründerfreunde zur Startup-Finanzierung mit Geldgebern und Know-how. Wer eine Community am Unternehmen beteiligen möchte, findet dort auch die Unterschiede zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting.

Wie die Gründerszene den ICO-Boom damals selbst gesehen hat, zeigt ein Beitrag aus dem Sommer 2017: ICO-Funding und Kryptowährungen als Investitionsgrundlage bei Gründerfreunde.

Worauf Anleger bei Token-Verkäufen achten sollten

  • Whitepaper prüfen: Unter MiCA muss es Angaben zu Anbieter, Rechten, Risiken und Technik enthalten. Fehlt es oder ist es nicht bei einer Aufsicht hinterlegt, ist das ein Warnsignal.
  • Rechte klären: Bringt der Token einen Anspruch auf Gewinn, Zinsen oder Rückzahlung, oder nur eine Funktion im Netzwerk?
  • Anbieter kennen: Gibt es eine haftende Gesellschaft mit Sitz und Ansprechpartner? Die BaFin warnt regelmäßig vor unseriösen Angeboten, so prüfst du einen Krypto-Anbieter.
  • Über regulierte Plattformen kaufen: Wer Token nach dem Verkauf handeln will, sollte eine Börse mit MiCA-Zulassung nutzen. Einen Überblick gibt unser Krypto-Börsen-Vergleich.
  • Nur Geld einsetzen, das man verlieren kann: Auch regulierte Token-Projekte können scheitern, und der Weiterverkauf ist oft schwierig.

Häufige Fragen

Ist ein ICO in Deutschland erlaubt?

Ja, aber nicht mehr ohne Regeln. Wer Kryptowerte öffentlich anbietet, braucht seit Ende 2024 ein MiCA-Whitepaper, das bei der BaFin eingereicht wird. Ist der Token ein Wertpapier, gilt zusätzlich das Wertpapierrecht.

Was ist der Unterschied zwischen Utility Token und Security Token?

Ein Utility Token gibt Zugang zu einer Leistung oder Funktion, etwa in einer App. Ein Security Token verbrieft Vermögensrechte wie Anteile oder Zinsen und ist damit ein Wertpapier.

Gibt es heute noch ICOs?

Selten in der alten Form. Token werden heute meist über Börsen (IEO), dezentrale Launchpads (IDO) oder als regulierte Security Token angeboten.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.

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