Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

DefiLlama erklärt: TVL, Gebühren und Yields richtig lesen

Was DefiLlama misst und wie du TVL, Gebühren, Einnahmen, Stablecoins und Yields richtig liest: Anleitung mit eigener Datenauswertung und sechs typischen Lesefehlern.

Ein Lama steht auf einer Hochebene in den Anden und blickt auf einen Stapel goldener Münzen mit Ethereum-Zeichen
14 Min. Lesezeit
Teilen:

DefiLlama ist die größte frei zugängliche Datenplattform für dezentrale Finanzen (DeFi). Sie zeigt, wie viel Kapital in Krypto-Protokollen wie Aave, Lido oder Uniswap steckt, wie viele Gebühren diese Protokolle einnehmen, welche Stablecoins im Umlauf sind und welche Renditen Pools gerade zahlen. Die Daten sind kostenlos, ohne Anmeldung abrufbar, und die Rechenwege liegen offen. Am 3. November 2026 waren laut DefiLlama 81,8 Milliarden US-Dollar in DeFi gebunden, 53,9 Prozent unter dem Rekord vom 9. November 2021. Wie du TVL, Gebühren, Einnahmen, Stablecoins und Yields richtig liest und an welchen Stellen selbst erfahrene Anleger falsch abbiegen, zeigen wir hier an einer eigenen Auswertung der DefiLlama-Daten.

DefiLlama in Kürze: die wichtigsten Zahlen

  • Am 3. November 2026 lagen 81,8 Milliarden US-Dollar in DeFi-Protokollen, vor einem Jahr waren es 144,5 Milliarden.
  • Ethereum trägt 43,6 Milliarden Dollar davon, also 53,2 Prozent; DefiLlama führt 290 Blockchains mit gebundenem Kapital.
  • In Ether gerechnet sank das Kapital auf Ethereum seit dem 3. November 2025 nur um 7,8 Prozent, in Dollar um 46,9 Prozent.
  • In den 30 Tagen bis 2. November 2026 zahlten Nutzer 2,27 Milliarden Dollar Gebühren, 1,25 Milliarden davon blieben bei den Protokollen.
  • Dollar-Stablecoins im Wert von 296,5 Milliarden Dollar waren am 3. November 2026 im Umlauf, Tether (USDT) hält davon 60,2 Prozent.
  • Von 2.654 Yield-Pools mit mindestens 1 Million Dollar Einlagen zahlte die Hälfte weniger als 2,17 Prozent Rendite im Jahr.

Was ist DefiLlama? Die offene Datenplattform für DeFi

DefiLlama ist ein Analyse-Dashboard, das seit 2020 Daten über dezentrale Finanzanwendungen sammelt. Die Plattform liest Guthaben direkt aus den Smart Contracts der Blockchains, rechnet sie mit Kursen in US-Dollar um und fasst sie zu Ranglisten zusammen. Was DeFi grundsätzlich ist und wie Kredit- und Tauschprotokolle funktionieren, erklärt unser Leitfaden zu dezentralen Finanzen.

Der Kern von DefiLlama ist offen: Für jedes Protokoll gibt es ein kleines Programm, einen sogenannten Adapter, der festlegt, welche Verträge gezählt werden. Diese Adapter liegen öffentlich im Adapter-Verzeichnis von DefiLlama auf GitHub, jeder kann sie prüfen und Korrekturen vorschlagen. Welche Kennzahl was bedeutet, beschreibt DefiLlama in seiner Dokumentation zur Methodik. Diese Offenheit ist der Grund, warum Börsen, Analysten und Medien DefiLlama als Referenz zitieren.

Auf defillama.com findest du heute deutlich mehr als TVL-Ranglisten: Gebühren und Einnahmen, Handelsvolumen dezentraler Börsen, Stablecoins, Renditen in Yield-Pools, Brücken, Finanzierungsrunden, Token-Freigaben und eine Liste bekannter Hacks. Die Schnittstelle liefert die Grunddaten ohne Schlüssel, für Vielnutzer gibt es einen kostenpflichtigen Pro-Zugang. Unsere Auswertung stützt sich auf den vollständigen Datenbestand vom 3. November 2026: 8.919 Einträge in der Protokollliste, 427 Stablecoins und 15.900 Yield-Pools. Weitere Werkzeuge für die Marktanalyse vergleichen wir in unserem Überblick über Krypto-Analyse-Tools und Plattformen.

TVL bei DefiLlama: Was der Total Value Locked misst

TVL steht für Total Value Locked, auf Deutsch den gesamten gebundenen Wert. Gemeint ist der Dollarwert aller Coins, die Nutzer in einem Protokoll hinterlegt haben: Einlagen in Kreditprotokollen, Liquidität in Tauschpools, Sicherheiten für Stablecoins. Der TVL ist damit eine Bestandsgröße. Er sagt, wie viel Kapital einem Protokoll vertraut, aber nicht, wie viel es verdient oder wie oft es genutzt wird.

Der Verlauf zeigt die Zyklen des Marktes. Im November 2021 erreichte der DeFi-TVL 177,5 Milliarden Dollar, im Oktober 2023 fiel er auf 36,0 Milliarden. Am 3. November 2025 standen 144,5 Milliarden in der Statistik, Anfang 2026 noch 111,9 Milliarden, am 3. November 2026 waren es 81,8 Milliarden.

Liniendiagramm: Der DeFi-TVL stieg bis November 2021 auf 177,5 Milliarden Dollar, fiel bis Oktober 2023 auf 36,0 Milliarden und lag am 3. November 2026 bei 81,8 Milliarden
Gesamt-TVL aller DeFi-Protokolle laut DefiLlama seit 2020, ohne Liquid Staking und doppelt gezählte Einlagen

Die Verteilung auf die Blockchains ist ungleich. Ethereum vereint mehr als die Hälfte des Kapitals, danach folgen Base, Solana, Tron und die BNB Chain fast gleichauf. Dahinter folgen Bitcoin, die eigene Blockchain der Derivatebörse Hyperliquid, Arbitrum, die Robinhood Chain und Monad. Wie stark Abflüsse auf einer einzelnen Blockchain ausfallen können, zeigt unsere Analyse DeFi verliert 6,7 Prozent seiner ETH-Einlagen.

BlockchainTVL in Mrd. US-DollarAnteil am DeFi-TVL
Ethereum43,6553,2 %
Base5,877,2 %
Solana5,426,6 %
Tron5,226,4 %
BNB Chain5,186,3 %
Bitcoin4,095,0 %
Hyperliquid L12,583,1 %
Arbitrum1,441,8 %
Robinhood Chain1,081,3 %
Monad0,911,1 %

Stand: 3. November 2026, Quelle: DefiLlama. Anteil an der Summe aller 290 Blockchains mit gebundenem Kapital.

Gebühren und Einnahmen bei DefiLlama: Fees und Revenue lesen

DefiLlama trennt zwei Kennzahlen, die oft verwechselt werden. Fees (Gebühren) sind alles, was Nutzer für ein Protokoll bezahlen: Handelsgebühren an einer dezentralen Börse, Zinsen der Kreditnehmer, bei Lido die Staking-Erträge der eingezahlten Ether. Revenue (Einnahmen) ist der Teil davon, der beim Protokoll selbst bleibt, also in seiner Kasse landet oder an die Inhaber seines Tokens fließt. Der Rest geht an die Liquiditätsanbieter, Einleger und Staker, die das Kapital stellen.

In den 30 Tagen bis 2. November 2026 zahlten Nutzer laut DefiLlama 2,27 Milliarden Dollar Gebühren, 15 Prozent weniger als in den 30 Tagen davor. Als Einnahmen blieben 1,25 Milliarden Dollar bei den Protokollen, gut die Hälfte. Wie hoch der Anteil ist, hängt fast vollständig vom Geschäftsmodell ab.

Balkendiagramm: Stablecoin-Emittenten behalten 99 Prozent ihrer Gebühren, dezentrale Börsen 18 und Liquid Staking 8 Prozent; von 2,27 Milliarden Dollar blieben 1,25 Milliarden
Gebühren und Einnahmen je Kategorie bei DefiLlama über 30 Tage

An der Spitze stehen keine DeFi-Protokolle im engeren Sinn, sondern Stablecoin-Emittenten. Bei Tether zählt DefiLlama die Zinserträge aus den Reserven, vor allem kurz laufenden US-Staatsanleihen, als Gebühren. Weil Tether diese Erträge vollständig behält, sind Gebühren und Einnahmen gleich hoch. Bei Lido ist es umgekehrt: Lido behält laut seiner Methodik 10 Prozent der Staking-Erträge und reicht davon noch den Anteil der Node-Betreiber weiter, als Einnahme bleiben rund 6 Prozent. Bei Uniswap V4 gehen alle Handelsgebühren an die Liquiditätsanbieter, bei Uniswap V3 fließt seit dem 28. Dezember 2025 ein Teil in Rückkäufe des UNI-Tokens.

ProtokollGebühren 30 TageEinnahmen 30 TageAnteil, der bleibt
Tether (USDT)520,4 Mio. $520,4 Mio. $100 %
Circle (USDC)207,8 Mio. $207,8 Mio. $100 %
Hyperliquid (Perpetuals)78,6 Mio. $62,0 Mio. $79 %
pump.fun58,7 Mio. $42,3 Mio. $72 %
Lido57,5 Mio. $3,5 Mio. $6 %
Uniswap V448,5 Mio. $0,0 Mio. $0 %
Aave V336,8 Mio. $4,7 Mio. $13 %
Uniswap V334,3 Mio. $8,0 Mio. $23 %
Sky Lending28,4 Mio. $13,4 Mio. $47 %
Morpho Blue24,9 Mio. $0,0 Mio. $0 %

Stand: 30 Tage bis 2. November 2026, Quelle: DefiLlama, Auswahl großer Protokolle.

Für Anleger ist Revenue die wichtigere Zahl, wenn es um den Wert eines Tokens geht. Bei Hyperliquid fließen laut Methodik 99 Prozent der Gebühren in einen Fonds, der HYPE-Token zurückkauft; ein Protokoll mit hohen Gebühren und null Einnahmen verdient dagegen für seine Tokeninhaber nichts. Einnahmen sind aber noch kein Gewinn: Ausgaben für Entwicklung, Sicherheitsprüfungen und Belohnungstoken zieht DefiLlama davon nicht ab.

Eine alte Mautstation aus Stein an einer Passstraße in der Dämmerung, auf dem Sims steht eine Messingschale mit goldenen Münzen
Gebühren zahlen alle Nutzer, Einnahmen behält nur das Protokoll. Symbolbild, mit KI erzeugt

Stablecoins bei DefiLlama: Wer den Markt beherrscht

Im Bereich Stablecoins zeigt DefiLlama den Umlauf jedes an eine Währung gekoppelten Tokens, verteilt auf die Blockchains. Am 3. November 2026 waren Dollar-Stablecoins im Wert von 296,5 Milliarden Dollar im Umlauf, 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zwei Emittenten beherrschen den Markt: Tether und Circle halten zusammen 84,2 Prozent.

StablecoinUmlauf in Mrd. US-DollarMarktanteilDeckung laut DefiLlama
Tether (USDT)178,5160,2 %Fiatgeld und Anleihen
USD Coin (USDC)71,2624,0 %Fiatgeld und Anleihen
Sky Dollar (USDS)6,492,2 %Krypto-Sicherheiten
Dai (DAI)4,711,6 %Krypto-Sicherheiten
Ethena USDe4,571,5 %Krypto-Sicherheiten mit Absicherung
World Liberty Financial USD (USD1)3,881,3 %Fiatgeld und Anleihen

Stand: 3. November 2026, Quelle: DefiLlama. Marktanteil an allen Dollar-Stablecoins.

Euro-Stablecoins spielen in dieser Statistik eine kleine Rolle. Alle Euro-Token zusammen kamen auf 0,82 Milliarden Dollar, 0,28 Prozent des gesamten Stablecoin-Marktes. Der größte ist EURC von Circle mit 502,6 Millionen Euro im Umlauf, gefolgt von EURCV der Société-Générale-Tochter SG-Forge mit 193,1 Millionen Euro. Für Anleger in der EU zählt außerdem die Zulassung: Tether ist nicht nach MiCA zugelassen, was das für dich bedeutet, erklären wir im Ratgeber Tether (USDT) erklärt. Welche Stablecoins sich für welchen Zweck eignen, zeigt unser Stablecoin-Vergleich.

Lies den Umlauf als Momentaufnahme mit Richtung: Ein schrumpfender Umlauf heißt, dass mehr Token zurückgetauscht als neu ausgegeben werden. Wie so ein Rückgang bei USDC aussah, zeigt unsere Analyse USDC schrumpft um 4,08 Milliarden Dollar.

Yields bei DefiLlama: Renditen finden und prüfen

Der Bereich Yields listet Renditen von Pools quer über alle Blockchains: Einlagen in Kreditprotokollen, Liquidität in Tauschpools, Staking und Vaults. Für jeden Pool zeigt DefiLlama die Jahresrendite (APY), getrennt in eine Basisrendite aus Zinsen und Gebühren und eine Belohnung in Token des Protokolls, dazu den TVL des Pools und Hinweise auf Risiken wie Impermanent Loss. Am 3. November 2026 führte DefiLlama 15.900 Pools, 2.654 davon mit mindestens 1 Million Dollar Einlagen.

Unsere Auswertung dieser 2.654 Pools zeigt ein klares Muster: Je höher die Rendite, desto kleiner der Pool und desto öfter stammt sie aus Belohnungstoken statt aus echten Erträgen. 97,8 Prozent des Kapitals liegen in Pools mit weniger als 10 Prozent Rendite. Die Hälfte aller Pools zahlte weniger als 2,17 Prozent. Der größte einzelne Pool, gestaktes Ether bei Lido mit 21,8 Milliarden Dollar, brachte 2,28 Prozent.

Rendite (APY)Zahl der PoolsKapital zusammenTypische Poolgröße (Median)Anteil der Pools, bei denen Belohnungstoken überwiegen
unter 5 %1.849122,56 Mrd. $4,3 Mio. $7 %
5 bis 10 %47215,21 Mrd. $4,3 Mio. $15 %
10 bis 20 %1882,34 Mrd. $3,2 Mio. $16 %
20 bis 50 %1080,67 Mrd. $2,9 Mio. $17 %
ab 50 %370,13 Mrd. $2,3 Mio. $27 %

Stand: 3. November 2026, Quelle: DefiLlama, Pools mit mindestens 1 Million Dollar Einlagen; Berechnung: cryptoticker.io.

Für Stablecoins ist das Bild ruhiger. Die 327 Stablecoin-Pools mit mindestens 10 Millionen Dollar Einlagen zahlten im Median 4,14 Prozent, davon 3,46 Prozent als Basisrendite. Höhere Zahlen gibt es fast nur mit Hebel, Belohnungstoken oder weniger erprobten Protokollen; wie schnell eine solche Schleife ins Minus kippt, rechnen wir in sUSDe-Rendite gegen Aave-Leihzins nach. Wer Staking über einen regulierten Anbieter sucht, findet Konditionen und Zulassungen im Vergleich der besten Staking-Plattformen.

Terrassenfelder an einem Berghang bei Sonnenaufgang, Wasser fließt von Stufe zu Stufe, vorn liegen goldene Münzen
Die meisten Renditen in DeFi sind klein, hohe Zahlen fließen in kleine Pools. Symbolbild, mit KI erzeugt

Sechs Lesefehler bei DefiLlama und wie du sie vermeidest

DefiLlama misst sauber, aber jede Zahl beantwortet nur eine bestimmte Frage. Diese sechs Verwechslungen begegnen uns in Diskussionen und Kursanalysen am häufigsten.

1. Kursverluste für Abflüsse halten

Der TVL wird in US-Dollar angegeben. Fällt der Kurs von Ether, sinkt der TVL, auch wenn kein einziger Coin das Protokoll verlässt. Unsere Rechnung für Ethereum: Am 3. November 2025 lagen dort 82,1 Milliarden Dollar, am 3. November 2026 noch 43,6 Milliarden, ein Minus von 46,9 Prozent. Im selben Zeitraum fiel der Ether-Kurs von 3.909 auf 2.250 Dollar. In Ether gerechnet sank das gebundene Kapital nur von 21,0 auf 19,4 Millionen ETH, also um 7,8 Prozent. Der größte Teil des Rückgangs war Kursverlust, kein Vertrauensverlust.

2. Protokollwerte zu einer Summe addieren

Viele Einlagen werden mehrfach weitergereicht: Ether wird bei Lido gestakt, das gestakte Ether dient bei Aave als Sicherheit, der damit geliehene Stablecoin landet im nächsten Pool. Addierst du die Einzelwerte aller Protokolle auf Ethereum, kommst du auf 144,6 Milliarden Dollar. DefiLlama weist für Ethereum 43,6 Milliarden aus, denn in der Gesamtsumme fehlen Liquid Staking mit 39,5 Milliarden, Brücken mit 25,4 Milliarden, Staking-Pools mit 12,9 Milliarden, Restaking mit 5,8 Milliarden sowie doppelt gezählte Einlagen. In den Einstellungen kannst du solche Posten zuschalten, die Standardansicht vermeidet die Doppelzählung.

3. Börsenreserven mit DeFi verwechseln

DefiLlama führt auch die Reserven zentraler Börsen, damit Anleger deren Bestände prüfen können. In der Rohliste der Schnittstelle steht Binance mit 124,8 Milliarden Dollar, mehr als der gesamte DeFi-Markt mit 81,8 Milliarden. Diese Beträge sind Kundengelder auf einer Börse, kein DeFi-Kapital, und gehören nicht in die DeFi-Summe. Bei DefiLlama stehen sie deshalb in einer eigenen Übersicht.

4. Gebühren für Gewinn halten

Hohe Gebühren zeigen Nutzung, aber nicht, was bei einem Token ankommt. Uniswap V4 setzte in 30 Tagen 48,5 Millionen Dollar Gebühren um, als Einnahme des Protokolls blieben null. Achte bei Tokens immer auf Revenue und bei DefiLlama zusätzlich auf den Teil, der an Tokeninhaber geht.

5. Hohe Renditen ohne Herkunft

Eine Rendite von 50 Prozent und mehr fanden wir nur bei 37 von 2.654 größeren Pools, zusammen mit 0,13 Milliarden Dollar Einlagen. Bei mehr als einem Viertel davon bestand der größere Teil der Rendite aus Belohnungstoken, deren Kurs fallen kann. Prüfe deshalb immer, wie viel Basisrendite übrig bleibt, wie groß der Pool ist und wie lange es das Protokoll gibt. Was du nach einem Angriff auf ein Protokoll mit deinen Einlagen tun solltest, zeigt unser Beitrag zum Governance-Angriff bei Hifi Finance.

6. TVL und Marktwert verwechseln

Der TVL misst Einlagen in einem Protokoll, der Marktwert misst, was alle Token einer Blockchain oder eines Protokolls an der Börse kosten. Beides hängt nur lose zusammen. Ein extremes Beispiel ist Cardano: Am 20. Oktober 2026 standen dort 62 Millionen Dollar in DeFi einem Marktwert von 8,15 Milliarden Dollar gegenüber, am 3. November zählte DefiLlama nur noch 52,8 Millionen. Die Einordnung steht in unserer Analyse Cardano im DeFi gegen den Marktwert. DefiLlama zeigt das Verhältnis beider Größen auf vielen Protokollseiten direkt an.

So nutzt du DefiLlama in sechs Schritten

  1. Gesamtbild prüfen: Auf der Startseite siehst du den gesamten DeFi-TVL und die Rangliste der Protokolle. Stell den Zeitraum auf ein Jahr, um Trends von Tagesausschlägen zu trennen.
  2. Blockchain wählen: Über die Übersicht der Blockchains siehst du, wo das Kapital liegt und welche Protokolle auf einer Blockchain führen.
  3. Protokollseite lesen: Dort stehen TVL-Verlauf, Gebühren, Einnahmen, Token-Kennzahlen, Sicherheitsprüfungen und ein Link zur Methodik. Vergleiche den TVL-Verlauf mit dem Kurs des wichtigsten Coins, um Fehler Nummer 1 zu vermeiden.
  4. Gebühren und Einnahmen vergleichen: In den Ranglisten zu Fees und Revenue siehst du, welche Protokolle wirklich genutzt werden und welche davon etwas behalten.
  5. Stablecoins verfolgen: Wächst der Umlauf, fließt neues Geld in den Kryptomarkt; schrumpft er, wird zurückgetauscht.
  6. Yields filtern: Filtere auf Stablecoins, setze eine Mindestgröße von einigen Millionen Dollar und sortiere nach Basisrendite statt nach Gesamtrendite.

Wer die Daten selbst auswerten möchte, nutzt die Schnittstelle von DefiLlama: TVL, Gebühren, Stablecoins und Yields lassen sich dort als Tabellen abrufen und in eigene Rechnungen übernehmen.

DefiLlama für Anleger: unser Fazit

DefiLlama ist das beste kostenlose Werkzeug, um DeFi mit Zahlen statt mit Erzählungen zu beurteilen. Die Plattform ist offen, schnell und deckt fast jedes Protokoll ab. Ihr Wert entsteht aber erst, wenn du die Zahlen richtig liest: TVL zuerst in Coins statt in Dollar denken, Revenue statt Fees ansehen, Renditen nach ihrer Herkunft sortieren.

Unsere Auswertung zeigt einen Markt, der in Dollar stark geschrumpft ist, in Coins gerechnet aber erstaunlich stabil blieb. Das meiste Geld verdienen nicht die bekannten DeFi-Protokolle, sondern die Emittenten von Stablecoins. Und große Stablecoin-Pools zahlen typischerweise rund 4 Prozent im Jahr, alles deutlich darüber verlangt eine genaue Prüfung. Wenn du Coins für DeFi kaufen willst, findest du zugelassene Anbieter in unserem Vergleich regulierter Krypto-Börsen.

DeFi-Anwendungen bergen technische Risiken bis zum Totalverlust, etwa durch Fehler in Smart Contracts oder Angriffe. Dieser Ratgeber ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen zu DefiLlama

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant