Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Binance Hack: Mutmaßlich 2,8 Milliarden Dollar aus Hot Wallet abgezogen

Am Donnerstagabend flossen aus der Binance-Wallet „Binance 14“ binnen Minuten rund 2,8 Milliarden Dollar an fremde Adressen. Der Angreifer hatte die Wallet per EIP-7702 an einen eigenen Vertrag gebunden. Tether und Circle haben rund 2,4 Milliarden Dollar eingefroren, Binance untersucht den Vorfall.

Geöffnete Tresortür in einem Rechenzentrum, aus der Münzen in einen dunklen Gang fließen
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19 Min. Lesezeit
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Kategorien: Hacks & Sicherheit

Update am 30. Oktober 2026 um 12:05 Uhr: Spur nach Nordkorea, Auszahlungen sollen binnen 48 Stunden wieder laufen. Das Analysehaus TRM Labs ordnet den Angriff mit hoher Sicherheit TraderTraitor zu, der Hackereinheit Nordkoreas, die das FBI schon für den Bybit-Hack verantwortlich gemacht hat. TRM zählt 6,36 Milliarden Dollar, die von Binance-Wallets auf zehn Blockchains abflossen, das meiste binnen rund 20 Minuten ab 21:05 Uhr. Auch Chainalysis-Chef Jonathan Levin hält TraderTraitor laut SecurityWeek für den wahrscheinlichen Täter: Chainalysis fand Beute aus dem Bitget-Hack vom September mit Geld aus dem Binance-Hack vermischt. Binance selbst nennt keinen Täter und spricht von mehreren Ursachen, Einfallstor war vermutlich ein kompromittierter Rechner. Einzahlungen laufen laut Binance normal. Auszahlungen bleiben pausiert, bis der Auszahlungsdienst und die zugehörigen Adressen sicherheitstechnisch überarbeitet sind; die Börse rechnet mit einer Wiederaufnahme binnen 48 Stunden. Die öffentliche Statusschnittstelle zeigte um 12:03 Uhr alle 1.447 Netzwerke für Auszahlungen gesperrt, Einzahlungen waren auf 1.049 offen. Was über die Täter bekannt ist, fasst unsere Analyse zu Nordkorea und TraderTraitor zusammen.

Update am 30. Oktober 2026 um 3:42 Uhr: Binance nennt die Ursache und einen Gesamtschaden von rund 6,3 Milliarden Dollar. Laut einer Mitteilung der Börse von 3:23 Uhr deutet die erste Untersuchung auf den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs hin. Darüber soll sich der Angreifer Zugang zu einem Service-Container verschafft und von dort nicht autorisierte Auszahlungen eingereicht haben. Einen Hinweis auf ein Leck privater Wallet-Schlüssel hat Binance nicht gefunden. Den Gesamtschaden schätzt die Börse auf rund 6,3 Milliarden Dollar, mehr als viermal so viel wie beim Bybit-Hack 2025 und rund 4,4 Prozent der knapp 145 Milliarden Dollar, die DefiLlama vor dem Hack in den öffentlichen Wallets von Binance zählte, eigene Token wie BNB nicht mitgerechnet. Um 2:18 Uhr waren es noch 134 Milliarden Dollar. Rund 3 Milliarden Dollar sind on-chain eingefroren. Binance ersetzt alle Verluste aus dem Notfallfonds SAFU und eigenen Mitteln, hat Ein- und Auszahlungen ausgesetzt und die Autorisierung der betroffenen Adresse widerrufen. Nach der Aufarbeitung will die Börse einen aktualisierten Nachweis ihrer Reserven und einen technischen Bericht vorlegen.

Update am 30. Oktober 2026 um 2:45 Uhr: Binance bestätigt den Hack und will alle Verluste ersetzen. Yi He aus dem Gründungsteam der Börse schrieb um 1:04 Uhr auf X, die Kundengelder seien sicher und Binance komme für alle Verluste aus dem Hack auf. Ein- und Auszahlungen seien vorübergehend ausgesetzt, während die Börse Sicherheitsprüfungen vornimmt, Gelder einfriert und mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet. Einen ausführlichen Bericht zum Hergang kündigt Binance nach Abschluss der Untersuchung an. In der öffentlichen Statusschnittstelle der Börse standen die Auszahlungen für Bitcoin und Ether um 2:38 Uhr noch auf offen.

Eingefroren sind nach der Zählung des Blockchain-Ermittlers ZachXBT inzwischen mehr als 2,83 Milliarden Dollar. Einen Teil der Beute hat der Angreifer vorher noch eingesetzt: Laut Marc Zeller von der Aave Chan Initiative hinterlegte der Angreifer 60 Millionen USDT bei Aave und lieh sich dagegen 19.762 Wrapped Ether im Wert von rund 44,9 Millionen Dollar, drei Minuten bevor Tether die Adresse sperrte. Auf der zweiten Adresse des Angreifers lagen um 2:38 Uhr 197.460 ETH, 2.000 mehr als am Abend. Binance 14 selbst trägt keinen Vertragscode mehr, die Delegation an den Vertrag des Angreifers ist aufgehoben.

Anzeige: Wer seine Coins nach dem Hack nicht länger bei Binance lassen will: Bitpanda vergleicht sich mit Binance, Kraken, Coinbase und Crypto.com und zeigt den Umzug in drei Schritten. Bitpanda ist in der EU nach MiCA zugelassen. Weitere in der EU nach MiCA zugelassene Alternativen sind Coinbase (Lizenz über Luxemburg) und OKX (Lizenz über Malta).

Welche Börsen mit EU-Zulassung als Binance Alternative infrage kommen, was sie kosten und wie der Umzug gelingt, zeigt unser Ratgeber Binance Alternative: Vier MiCA-Börsen im Vergleich.

Binance Hack: Was am Donnerstagabend passiert ist

Am Donnerstagabend, dem 29. Oktober 2026, hat ein Unbekannter um 21:24 Uhr deutscher Zeit eine der größten Hot Wallets von Binance in einer einzigen Transaktion geleert. Aus der Wallet „Binance 14“ flossen 167.464 ETH und 63 verschiedene Token an eine neu angelegte Adresse, darunter 1,615 Milliarden USDT. Zusammen mit zwei weiteren Abflüssen liegen auf den Adressen des Angreifers nach Etherscan-Daten rund 2,8 Milliarden Dollar. Das wäre der größte Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen, fast doppelt so viel wie beim Bybit Hack im Februar 2025.

Binance erklärte um 22:24 Uhr, man untersuche Berichte über ein mögliches Sicherheitsproblem mit Hochdruck. Binance-Co-Founder Yi He ergänzte, die Kundengelder seien sicher. Gründer Changpeng Zhao, kurz CZ, schrieb schon um 22:15 Uhr auf X, es sehe nach einem Hack aus. Tether und Circle haben nach Angaben ihrer CEOs zusammen rund 2,4 Milliarden Dollar in Stablecoins eingefroren. BNB, der Token der Börse, verlor am Abend 6,1 Prozent.

Öffentlich wurde der Fall durch den On-Chain-Analysten Spreek, der um 21:32 Uhr als Erster darauf hinwies, dass die Transaktion von einer Adresse ausging, die ihr Startgeld über den Mixer Tornado Cash bekommen hatte. Börsen bezahlen ihre Transaktionsgebühren nie auf diesem Weg, das war das erste deutliche Warnsignal.

Alle Uhrzeiten in diesem Artikel sind deutsche Zeit (MEZ). Wir ergänzen den Artikel, sobald Binance weitere Einzelheiten nennt.

Aktualisiert am 30. Oktober 2026 um 0:22 Uhr: Stand der Auszahlungen bei Binance ergänzt. Korrigiert: Um 21:39 Uhr weitergeschoben wurden 195.460 ETH, nicht 195.470 ETH.

Wie viel Geld beim Binance Hack abgeflossen ist

Die Hauptbuchung um 21:24 Uhr ist auf Etherscan vollständig nachvollziehbar. Sie bewegte 167.464 ETH und 63 Token von Binance 14 an die Adresse 0x5227…2f8c, die Etherscan inzwischen als „Binance Hot Wallet Exploiter 2“ führt. Zwei Minuten später kamen 28.005,6 ETH aus der Wallet Binance 16 dazu. Um 21:41 Uhr folgte über denselben Weg ein zweiter Schlag: 780 Millionen USDC.

TokenMengeWert in Dollar
Tether (USDT)1.615.409.4991,615 Mrd.
USD Coin (USDC)780.177.060780 Mio.
Ether (ETH)195.470442 Mio.
Wrapped Beacon ETH (wBETH)29.93474,6 Mio.
Ripple USD (RLUSD)62.597.24062,6 Mio.
Tether Gold (XAUt)11.37245,6 Mio.
Uniswap (UNI)6.189.79641,2 Mio.
Ethena (ENA)198.369.71737,0 Mio.
Pepe (PEPE)7,18 Billionen35,3 Mio.
World Liberty USD (USD1)27.760.80227,7 Mio.
Chainlink (LINK)2.263.17225,0 Mio.
Aave (AAVE)127.85316,2 Mio.

Die größten Posten der Beute, Werte laut Etherscan um 22:15 Uhr.

Fast den gesamten Ether, 195.460 ETH, hat der Angreifer um 21:39 Uhr in einer einzigen Buchung an eine weitere Adresse weitergeschoben. Ether kann niemand einfrieren, deshalb ist dieser Teil für den Angreifer der sicherste.

Whale Alert meldete im selben Zeitfenster große Abflüsse aus Binance-Wallets auch auf anderen Blockchains an neue Adressen, darunter 612,7 Millionen USDT auf Tron und zusammen 16.687 Bitcoin in vier Buchungen. Ob sie zum Angriff gehören oder ob Binance damit Bestände in Sicherheit bringt, ist offen. Der Nachrichtendienst Walter Bloomberg meldete Abflüsse von 2,77 Milliarden Dollar über fünf Blockchains, The Block nennt mit Daten von Arkham rund 3,55 Milliarden Dollar.

Zur Einordnung: DefiLlama zählt in den öffentlich bekannten Binance-Wallets Bestände von rund 144 Milliarden Dollar. Die 2,8 Milliarden entsprechen knapp 2 Prozent davon. Für die Zahlungsfähigkeit der Börse ist das verkraftbar. Für das Vertrauen in ihre Sicherheit ist es ein schwerer Schlag, denn betroffen ist keine Nebenwallet, sondern Binance 14, eine ihrer meistgenutzten Hot Wallets mit mehr als 31 Millionen Transaktionen.

So lief der Binance Hack ab: die Zeitleiste

Die Spur auf der Blockchain zeigt einen Angriff, der mindestens einen Tag lang vorbereitet war. Jeder Schritt ist auf Etherscan öffentlich einsehbar.

Zeit (MEZ)Ereignis
28. OktoberDie Adresse 0x7C86…5CA0 erhält 0,1 ETH aus Tornado Cash. Von ihr geht später der Angriff aus.
29. Oktober, später NachmittagDieselbe Adresse veröffentlicht einen eigenen Smart Contract (0x63e8…6fAe).
21:20:59 UhrEine Transaktion bindet Binance 14 per EIP-7702 an diesen Vertrag.
21:24:23 UhrDer Vertrag räumt Binance 14 in einer Buchung ab: 167.464 ETH und 63 Token.
21:26 Uhr28.005,6 ETH aus der Wallet Binance 16 gehen an dieselbe Adresse.
21:32 UhrDer Analyst Spreek macht den Fall auf X öffentlich.
21:39 Uhr195.460 ETH wandern an eine weitere Adresse des Angreifers.
21:41 Uhr780 Millionen USDC verlassen Binance über denselben Weg.
ab 22:05 UhrErste Meldungen: Tether sperrt 971 Millionen USDT, kurz darauf Circle 823 Millionen USDC.
22:15 UhrCZ schreibt, es sehe nach einem Hack bei Binance aus.
22:17 UhrBinance-Co-Founder Yi He: Man untersuche ein mögliches Sicherheitsproblem, die Kundengelder seien sicher.
22:18 UhrCircle-CEO Jeremy Allaire: mehr als 800 Millionen USDC in Abstimmung mit Strafverfolgern gesperrt.
22:24 UhrErste offizielle Erklärung von Binance: Die Teams untersuchen den Vorfall.
22:25 UhrTether-CEO Paolo Ardoino: mehr als 1,567 Milliarden USDT gesperrt.

Wie der Angreifer die Binance-Wallet per EIP-7702 übernahm

Der Schlüssel zum Binance Hack heißt EIP-7702. Die Funktion gilt auf Ethereum seit dem Pectra-Upgrade vom 7. Mai 2025. Sie erlaubt einer gewöhnlichen Wallet, ihre Steuerung an einen Smart Contract zu übergeben. Das ist praktisch, weil eine Wallet so viele Überweisungen in einer Transaktion bündeln kann, und Börsen nutzen das, um Bestände effizient zu verteilen. Die Übergabe gilt aber nur, wenn sie mit dem privaten Schlüssel der Wallet unterschrieben ist. So steht es im Standard EIP-7702.

Genau eine solche Unterschrift hatte der Angreifer. Um 21:20:59 Uhr reichte die Adresse des Angreifers eine Transaktion ein, die Binance 14 an den eigenen Vertrag des Angreifers band. Etherscan zeigt sie als „EIP-7702: Binance 14, Delegate to 0x63e842B0…“. Vier Minuten später rief der Angreifer diesen Vertrag auf, und Binance 14 überwies alles, was sie hielt. Die Gebühr für die Buchung über 2,8 Milliarden Dollar betrug 0,93 Dollar.

Detective Pho beschreibt, dass die Transaktion um 21:20 Uhr gleich 50 Delegationen enthielt, unterschrieben mit dem Schlüssel von Binance 14, eine für jede der nächsten Transaktionsnummern. Der Angreifer hat sich damit gegen einen schnellen Widerruf abgesichert. Laut Alex M. lässt der Vertrag nur Aufrufe von der über Tornado Cash finanzierten Adresse zu.

Offen ist die entscheidende Frage: Woher stammt die Unterschrift? Drei Wege kommen in Betracht. Der private Schlüssel der Hot Wallet könnte gestohlen worden sein. Das Signiersystem der Börse könnte manipuliert worden sein, sodass es einen fremden Auftrag als echten unterschrieb, so lief der Bybit Hack 2025. Oder jemand mit Zugang zu den Systemen hat mitgewirkt. Der Sicherheitsdienst Defimon ordnet den Fall als Missbrauch einer EIP-7702-Delegation mit kompromittiertem Schlüssel ein. Belegt war zunächst keine der drei Varianten. Um 3:23 Uhr nannte Binance als wahrscheinlichen Weg den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs, über den der Angreifer an einen Service-Container kam; ein Leck privater Schlüssel sieht die Börse nicht. Das spricht am ehesten für die zweite Variante: Die Signatur kam aus der Infrastruktur der Börse selbst.

Server-Einschub mit gebrochenem Siegel und rot leuchtender Warnlampe in einem dunklen Rechenzentrum
Ein einziger signierter Auftrag reichte, um die Wallet an den Angreifer zu binden. Symbolbild, mit KI erzeugt

Tether und Circle frieren 2,4 Milliarden Dollar beim Binance Hack ein

Gegen 22:05 Uhr meldeten mehrere Nachrichtendienste erste Sperren, CZ bedankte sich kurz darauf öffentlich bei beiden Herausgebern. Inzwischen nennen deren CEOs selbst die Zahlen: Circle hat in Abstimmung mit Strafverfolgern mehr als 800 Millionen USDC gesperrt, Tether mehr als 1,567 Milliarden USDT. Gesperrte Stablecoins lassen sich weder bewegen noch tauschen, für den Angreifer sind sie wertlos.

Zusammen sind damit rund 2,4 Milliarden Dollar gesperrt. Ob alle gesperrten Beträge auf Ethereum liegen, haben Tether und Circle nicht aufgeschlüsselt. Nicht sperren lässt sich der Ether: Die 195.470 ETH im Wert von gut 440 Millionen Dollar bleiben in der Hand des Angreifers. Weitere Stablecoins der Beute stammen von Ripple (RLUSD, 62,6 Millionen Dollar), World Liberty Financial (USD1, 27,8 Millionen) und Ethena (USDe, 9,7 Millionen). Sperren dieser Herausgeber sind bisher nicht gemeldet.

Alles zum Binance Hack

Schützen: Krypto sicher aufbewahren: So schützt du dich vor Hacks wie bei Binance

Was Binance und CZ zum Hack sagen

Binance hat sich um 22:24 Uhr erstmals offiziell geäußert, eine Stunde nach dem Abfluss:

Binance-Co-Founder Yi He veröffentlichte denselben Text sieben Minuten früher und ergänzte „User Funds SAFU“, die Kundengelder seien sicher. Von einem Hack spricht die Börse selbst noch nicht. Auf der Blockchain ist zu sehen, dass Binance 14 selbst gegen 22:09 Uhr eine Sammelbuchung an die Binance-Wallet „Hot Wallet 34“ angestoßen hat, die um 22:15 Uhr noch nicht bestätigt war.

CZ führt Binance seit dem Rückzug im November 2023 nicht mehr und äußerte sich um 22:15 Uhr:

CZ schreibt, die Kundengelder seien sicher, es sehe nach einem Hack aus, und erwartet als Anteilseigner, dass alle Kundengelder voll gedeckt werden. Das war zunächst eine Erwartung, noch keine Zusage der Börse. Um 1:04 Uhr sagte Binance über Yi He zu, alle Verluste aus dem Hack zu übernehmen. Für solche Fälle hat Binance im Juli 2018 den Notfallfonds SAFU eingerichtet. Als im Mai 2019 rund 7.000 Bitcoin aus einer Hot Wallet gestohlen wurden, ersetzte Binance den Schaden vollständig aus diesem Fonds.

Nicht alle Beobachter waren sofort überzeugt. Das Analysekonto StarPlatinum hielt die Bewegungen zunächst eher für eine interne Umbuchung. Gegen diese Lesart sprechen die Finanzierung über Tornado Cash, die Markierung „Exploiter“ durch Etherscan und die Sperren von Tether und Circle.

Wer vom Binance Hack betroffen ist

Binance-Kunden: Binance ist nach Handelsvolumen die größte Kryptobörse der Welt. Laut der öffentlichen Statusschnittstelle der Börse liefen Auszahlungen in der Nacht zum Freitag um 0:21 Uhr für Bitcoin und Ether, für USDT und USDC über Ethereum und für USDT auch über Tron. Pausiert waren Solana, XRP und die Stablecoins USDT und USDC auf Solana, Optimism, Avalanche und NEAR, als Grund nennt Binance Wartungsarbeiten an den Wallets. Um 1:04 Uhr kündigte Binance an, Ein- und Auszahlungen vorübergehend auszusetzen, die Schalter der Schnittstelle standen um 2:38 Uhr unverändert. Den Stand je Netzwerk zeigt unsere Übersicht der Binance-Auszahlungen nach dem Hack. Binance warnt ausdrücklich vor Betrügern, die die Lage ausnutzen.

BNB und der Gesamtmarkt: BNB stand um 22:26 Uhr laut CoinMarketCap bei 710,79 Dollar, ein Minus von 6,1 Prozent in 24 Stunden. Bitcoin gab 2,4 Prozent auf 79.409 Dollar nach, Ethereum 3,3 Prozent auf 2.287 Dollar. Alle Kurse findest du live auf der CryptoTicker Krypto-Kurse-Seite. Wie der Markt Stunde für Stunde auf den Hack reagierte, zeigt unsere Zeitleiste zum Bitcoin Crash nach dem Binance Hack mit 628 Millionen Dollar Liquidationen in einer Stunde.

Token-Projekte: In der Beute stecken größere Bestände von Uniswap, Ethena, Pepe, Chainlink, Aave, Worldcoin und Ondo. Verkauft der Angreifer sie über dezentrale Börsen, drückt das auf diese Märkte. Wer diese Token hält, sollte die Adresse des Angreifers in den nächsten Tagen im Blick behalten.

Stablecoin-Herausgeber: Tether und Circle haben binnen einer Stunde gesperrt und damit einen Großteil der Beute blockiert. Ripple, World Liberty Financial und Ethena sind mit kleineren Beträgen betroffen.

Plattformen, die mit Binance arbeiten: Viele Handelsplattformen sichern Positionen bei Binance ab oder halten dort Liquidität. Die Plattform Variational erklärte kurz nach Bekanntwerden, die Gelder ihrer Nutzer auf Omni lägen in eigenen Smart Contracts und seien sicher. Ähnliche Klarstellungen anderer Partner dürften folgen.

Mehrere Münzen ohne Prägung, eingeschlossen in einem klaren Eisblock auf dunklem Stein
Tether und Circle haben rund 2,4 Milliarden Dollar der Beute eingefroren. Symbolbild, mit KI erzeugt

Binance Hack im Vergleich: der größte Diebstahl der Kryptogeschichte

Bestätigt sich die Summe, übertrifft der Binance Hack alle bisherigen Fälle. Den Rekord hielt bisher Bybit: Im Februar 2025 erbeuteten Angreifer dort rund 1,46 Milliarden Dollar, das FBI ordnete die Tat Nordkorea zu. Für den Binance Hack gab es eine solche Zuordnung zunächst nicht. Am 30. Oktober ordneten ihn TRM Labs und Chainalysis TraderTraitor zu, Binance bestätigt das nicht.

FallJahrSchaden in Dollar
Binance2026rund 6,3 Mrd.
Bybit20251,46 Mrd.
Ronin Network2022625 Mio.
Poly Network2021611 Mio.
BNB Chain Bridge2022570 Mio.
Coincheck2018534 Mio.
FTX2022477 Mio.

Die größten Diebstähle bei Kryptobörsen und Brücken. Binance laut Etherscan, die übrigen Fälle nach Angaben der Betroffenen und Ermittler.

Binance war schon einmal betroffen: Die BNB Chain Bridge, ein Dienst rund um den Binance-Token, verlor im Oktober 2022 rund 570 Millionen Dollar, ein großer Teil davon wurde damals gestoppt. Der Bybit-Fall zeigt dagegen, wie wenig sich zurückholen lässt, wenn die Beute aus Ether besteht: Den kann kein Herausgeber sperren. Beim Binance Hack lag der größere Teil in Stablecoins, und genau das hat einen Großteil der Beute binnen einer Stunde blockiert.

Binance Hack: Drei Schritte für Kunden der Börse

Bewahre Ruhe und triff keine überstürzten Entscheidungen. Drei Punkte helfen dir jetzt:

  • Nur offizielle Kanäle: Informationen zu Erstattungen kommen ausschließlich über die Ankündigungsseite von Binance und die verifizierten Accounts der Börse. Nach jedem großen Hack tauchen gefälschte Support-Nachrichten und angebliche Entschädigungsformulare auf. Gib dort nie Zugangsdaten oder deine Wiederherstellungsphrase ein.
  • Bestand selbst prüfen: Melde dich nur über die offizielle App oder die Binance-Website an, deren Adresse du selbst eintippst, nie über Links aus Mails oder Nachrichten. Dort siehst du Guthaben und den Status deiner Auszahlungen.
  • Selbstverwahrung erwägen: Was du nicht aktiv handelst, muss nicht auf einer Börse liegen. Mit einer Hardware Wallet hältst du die Schlüssel selbst. Welche Geräte sich eignen, zeigt unser Hardware-Wallet-Vergleich.

Wie die Börse bei Gebühren, Lizenz und Sicherheit abschneidet, liest du in unseren Binance Erfahrungen. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen zum Binance Hack

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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